BetzeHistorie: „Das kommt nie wieder“

2016-07-29_16.40.04Ein paar Gedanken zum Start des neuen BetzeHistorie-Projekts „Vom Absteiger zum Meister“: Es ist gut, sich an die historischen Erfolge des FCK zu erinnern. Nicht weil sie ein wehmütiges Erinnern auslösen, sondern weil sie Kraft für die Situation 2016 geben können. 

Vor geraumer Zeit habe ich das Projekt BetzeHistorie ins Leben gerufen. Hauptsächlich über den Twitter- und Facebook-Kanal werden Meilensteine der FCK-Geschichte nacherzählt und wieder erlebbar gemacht. 2015 hat sich die Ausrichtung gewandelt: In Zusammenarbeit mit Der Betze brennt wurde die sensationelle Meisterschaft 1991 quasi in Echtzeit nacherzählt. Anlässlich des 25. Jahrestags fand das Vorhaben „Betze91“ im Juni seinen Abschluss.

Relativ bald entstand im Austausch mit Der Betze brennt die Idee, das Projekt fortzuführen. Ursprünglich war eigentlich angedacht, wieder zum alten Konzept (Stichtage quer durch die Jahre) zurückzukehren. Dann aber drängte sich das nächste Jubiläum direkt auf: Vor 20 Jahren stieg der FCK zum ersten Mal aus der Bundesliga ab, kehrte 1997 wieder ins Oberhaus zurück und errang 1998 sensationell (ein Adjektiv, dass offenbar häufiger in der Geschichte des FCK zu finden ist) den Titel. Nach einer kurzen Planungs- und Denkpause wurde das Vorhaben für gut befunden und am heutigen Freitag, 29. Juli, mit dem ersten Begleittext auf DBB gestartet.

Schon in der vergangenen Spielzeit tauchte ab und an die Frage auf, wieso man sich die Mühe macht, eine Fußballsaison, die ein Vierteljahrhundert zurückliegt, nachzuerzählen.

„So etwas kommt gewiss nie wieder“

Ich glaube nicht, dass die Erinnerung an Vergangenes das Aktuelle zwangsläufig überlagern muss. Mit diesem Ansatz war das ganze Projekt auch nie an den Start gehen. Vielmehr sollte es eine Ergänzung im „Universum FCK“ sein, schließlich speisen sich der Verein und seine Anhänger in ihrem Selbstverständnis fast immer aus der Vergangenheit – was auch irgendwie logi.

Man muss nun gar nicht erst bei Fritz Walter anfangen, um zu beschreiben, welche Werte, Ideale und Idole den FCK begründen und auf welche man sich heute bezieht. Natürlich schwingt in der einen oder anderen Erinnerung (im Finale des 91er-Projekts wurde mir das aufgrund der Rückmeldungen erst so richtig klar) jede Menge Wehmut mit. Oft versehen mit dem Hinweis an die jüngere Generation, dass so etwas ganz gewiss „nie wieder“ käme.

Nicht blenden, sondern die eigene Stärke vor Augen führen

Doch genau an dem Punkt muss man eigentlich ansetzen, ohne einem simplen Twitter- und Facebook-Kanal zu viel Einfluss beizumessen. Wer glaubt, dass so etwas „niemals wieder“ kommt, verschenkt auch den Glauben an die eigene Stärke und das, worauf man sich immer beruft.

Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, dass noch einmal ein Klub vom Abstiegskandidaten zum Meister innerhalb eines Jahres und ohne große Transfers reift (wobei die Leicester City ein gutes Gegenbeispiel ist). Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Klub absteigt, einen für damalige Verhältnisse großen Trainer verpflichtet, der zuvor beim FC Bayern entlassen wurde, dann aufsteigt und Meister wird.

Aber deshalb nicht mehr daran glauben? Ist es nicht der FCK, der mehr als jeder andere Klub an seine Außenseiterrolle glaubt und daraus die eigene Stärke zieht? Wer sagt, so etwas kommt nie wieder, hat den Glauben an sich selbst verloren – so unwahrscheinlich eine Wiederholung auch sein mag.

Meister wird der FCK 2018 nicht – aber aufsteigen kann er

Und deshalb sollen die BetzeHistorie-Projekte nichts Schmerzhaftes oder Bitteres sein. Sie sind eher ein schöner Hinweisgeber, wozu der 1. FC Kaiserslautern im Stande ist. Es soll einladen zum Interpretieren, Übertragen und Identifikation schaffen.

Wie 1996 benötigt der 1. FC Kaiserslautern 2016 eine Aufbruchstimmung und ja, es ist eher unwahrscheinlich, dass in zwei Jahren auf dem Betzenberg eine Meisterschaft gefeiert wird – so vermessen und vor allem mit dem Anspruch sollte man nicht in die Saison gehen. Aber es würde doch reichen, wenn Lautern sich zumindest auf den gleichen Weg wie damals macht, den Glauben an sich zurückgewinntund damit zusammenrückt. Der Rest kommt automatisch, früher oder später.

Drei Tage voller Magie und Zaubertricks

An diesem Wochenende erobern Zauberer, Gaukler und Varietékünstler die Bamberger Innenstadt. Das Festival „Bamberg zaubert“ lockt jedes Jahr etwa 100.000 Besucher in die Domstadt.

Über 100 Künstler aus verschiedenen Nationen verwandeln die Universitätsstadt in einen Ort voller Zauberei und Varietékunst. Etwa 100.000 Besucher strömen deshalb seit 1999 immer am dritten Juli-Wochenende nach Bamberg und lassen sich von Zauberern, Jongleuren, Clowns und Akrobatik-Künstlern an verschiedenen Schauplätzen in der Stadt unterhalten. (…)

Link: http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/bamberg-zaubert-118.html

Bevölkerung soll Ambrosia-Bestände melden

Der Freistaat Bayern verstärkt den Kampf gegen die Ambrosia. Die Pflanze löst Allergien aus und soll deshalb ausgerissen werden. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bat auch um die Hilfe der Bevölkerung.

Im Kampf gegen die Ambrosia setzt die Bayerische Landesregierung auf die Mithilfe der Bevölkerung. Bürgerinnen und Bürger, die größere Bestände der Allergiepflanze finden, sollen ihre jeweiligen Landratsämter informieren. Einzelne Pflanzen können auch selbst ausgerissen werden. Dabei sollten allerdings Handschuhe und ein Mundschutz getragen werden, wie Huml erklärte. (…)

Link: http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/ambrosia-beseitigung-106.html

Guardiola zieht es in die Innenstadt (Sport1)

Pep Guardiola wird in Manchester wohl eine Wohnung in der Innenstadt beziehen. Einen vornehmen Wohnort, wie ihn etwa Jose Mourinho bevorzugt, will Bayerns früherer Trainer meiden.

Pep Guardiola wird zur kommenden Saison Manchester City coachen. Wie die britische Daily Mailberichtet, wird der 45-Jährige eine Wohnung im Zentrum der Stadt beziehen.

Viele Trainer, Spieler und Funktionäre der beiden Premier-League Klubs City und United leben in der Umgebung der Stadt. Beliebt sind vor allem die Dörfer in der Grafschaft Cheshire, westlich von Manchester. (…)

Link: http://www.sport1.de/fussball/2016/06/manchester-city-coach-pep-guardiola-will-in-der-innenstadt-wohnen

EM #5 – Antoine Neuville

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#5 – 15. Juni 2016 – Nürnberg – Vor wenigen Tagen jährte sich das unsagbar großartige Tor Oliver Neuvilles im zweiten Gruppenspiel der WM 2006 zwischen Deutschland und Polen. Auf Zuspiel David Odonkors grätschte er damals den Ball in der 91. Minute über die Linie und entzündete damit endgültig das Sommermärchen 2006. Jeder hat wohl an diesen Abend – wie ich auch auf Twitter erlebte – Erinnerungen. Abgesehen von der Frage, ob die deutsche Mannschaft ohne diesen Push (auf dem Platz und auf Deutschlands Straßen) überhaupt den dritten Platz erreicht hätte, begründet sich in dem Tor ein kollektives Gefühl dieses Sommer.

Ich gehe sogar soweit und behaupte, dass sich das Verhältnis meiner Generation (damals war ich 17) zum deutschen Fußball durch diesen Treffer grundsätzlich verändert hat. Gleichzeitig war es der emotionale Höhepunkt der Klinsmann-Ära, die den deutschen Fußball nach Jahren der Bitterkeit wachküsste und erlöste.

Gestern nun lief das zweite Gruppenspiel der Franzosen bei ihrer Heim-EM. Die Elf von Didier Deschamps tat sich gegen Albanien wahnsinnig schwer (ein Phänomen dieser EM). Das Stade Velodrome wankte und schwankte, man spürte wie sehr sich die Franzosen nach einem Tor sehnten, das den Knoten löst, das Team ins Achtelfinale vorstoßen und den Traum am Leben erhält.

Die eine oder andere Parallele zum deutsch-polnischen Aufeinandertreffen 2006 in Dortmund war durchaus gegeben. Auch wie die DFB-Elf damals war die Equipe tricolore mehrfach knapp am Treffer gescheitert. Und dann endlich erlöst ein Einzelner das ganze Land. Ich denke mir, dass in Frankreich der Treffer weiteres Potential zur Emotionalisierung hatte, weil die Nationalmannschaft normalerweise nur im Stade de France antritt. Bei solch einem Turnier dann auch in Marseille die Leute vor Ort (ungeachtet aller vorhergehenden Testspiele) mitzunehmen, ist wohl sicher wichtig und bedeutsam.

Ich freute mich auf jeden Fall auf dem heimischen Sessel (und nicht über das Spiel, das Tor, sondern noch immer, dass ich es dank DVB-T-Antenne überhaupt sehen kann). Immer im Blick hatte ich die Tribüne hinter dem Tor im beeindruckenden „Stade Velodrome“ – und wie sich dort die Fans in den Armen lagen, war großartig zu beobachten.

Allerdings: 2006 erweckte Neuville nicht nur ein ganzes Land, er sorgte auch für Selbstbewusstsein. Schließlich galt die Nationalmannschaft in Deutschland nicht gerade als großer Favorit (man erinnere sich an das 1:4 gegen Italien wenige Wochen zuvor). Frankreich dagegen gehörte von Anfang an zum Favoritenkreis, weswegen der Treffer zwar umjubelt war. Für das Auslösen eines echten Sommermärchens ist es aber vielleicht zu früh. Noch hat die Deschampfs-Truppe die Erwartungslinie nicht überschritten.

Vielleicht ist es aber auch so, dass die zahlreichen übrigen Spannungen in Frankreich (Streiks, politische Debatten, Terrorangst, Hooligans etc.) das Turnier noch zu sehr trüben. Es wäre dem Gastgeber und dem ganzen Land zu wünschen, dass hier noch Unbeschwertheit Einzug erhält.

EM #4 – Nicht so wie sonst

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#4 – 14. Juni 2016 – Nürnberg – Ich bin mir nicht sicher, ob das gut ist, diese Aufstockung der Europameisterschaft auf 24 Teams. Einerseits finde ich es natürlich überragend, möglichst viel Fußball zu sehen. Und spielt sich der dann auch noch auf hohem Niveau ab, ist es natürlich umso besser.

Mit dem hohen Niveau ist das allerdings so eine Sache. Denn was man derzeit geboten bekommt, entspricht nicht immer dem, was man von vergangenen Turnieren gewohnt ist. Meistens verlaufen die Spiele doch recht einseitig. Eine Mannschaft rennt an, die andere mauert sich ein. Das ist, mit zunehmender Spieldauer, dramatisch, spannend und kann auch mitreißend sein.

Diese „weichen“ Faktoren, die natürlich zum Fußball dazugehören, gehen auf Kosten der fußballerischen Qualität. Aber wenn die Spannung gegen Ende entschädigt, bedeutet das aber auch gut und gerne 60 Minuten einseitige Langweile. Die Ergebnisse sprechen Bände und sind meiner Meinung nach kein Ausdruck eines insgesamt gleichen Niveaus. Eher spiegeln sie die Tatsache, dass zahlreiche Teams mit einer äußerst defensiven Ausrichtung in die Spiele gehen (von den Italienern, könnte man jetzt böse behaupten, ist man das natürlich gewohnt).

Natürlich sollen auch kleinere Teams ihre Chance bei der EM bekommen und letztlich ist jeder „faire“ Ansatz legitim. Nur Hochglanz bieten zu wollen geht nicht und würde dem Fußball auch nicht gerecht werden (Deutschland hätte sonst wohl den einen oder anderen Titel weniger). Doch ein zusätzlicher Anreiz für diese eher destruktive Spielweise besteht deshalb, weil sich neben den beiden besten Mannschaft auch die besten Gruppendritten qualifizieren. Salopp gesprochen: Mauert man sich ein, spielt eineinhalb gute Szenen aus, könnte das für das Achtelfinale schon reichen, wenn man in den übrigen zwei Spielen den Bus vor dem eigenen Tor parkt.

Man bekommt den Eindruck, als müsse die Qualifikation in der Gruppenphase erst noch zu Ende gespielt werden. Ein Indiz auch dafür, dass man teilweise zweimal in die Sonderhefte von Kicker und 11Freunde schauen muss, um die Akteure auf dem Feld überhaupt mal mit Namen zuordnen zu können (ganz zu schweigen von ihren Heimarvereinen). Die wirklichen EM-Top-Spiele kommen dann wohl erst später – und natürlich kann es auch dort viele knappe Ergebnisse geben. Aber die entstehen dann (hoffentlich) durch andere Faktoren. Bis dahin muss man sich eben mit dem nicht immer ganz so ansehnlichen Fußball zufrieden. Und ja, es ist immerhin Fußball. Besser als eine leere Sommerpause.